Fridays for Future

Statement zur Bewegung „Fridays for Future“

 

Demokratie lebt von Beteiligung. Als Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände stärken und leben wir dieses Prinzip in unserer täglichen Arbeit. Wir sind Werkstätten der Demokratie. Politische Bildung mit dem Ziel Zusammenhänge zu erkennen und zu hinterfragen bildet dabei den Grundstein für politisches Handeln, welches durch die Mitwirkung an Entscheidungsprozessen und Einflussnahme auf die kommunale Politik umgesetzt wird.

Wir betreiben politische Bildung im Interesse unserer Mitglieder und somit einer Politik von, für und vor allem mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Wir setzen dies in der Praxis um, durch eine Erziehung unserer Mitglieder zu rücksichts- und respektvollem Leben in der Gemeinschaft,  die Aufforderung zur selbständigen Meinungsbildung sowie das Wecken von Interesse an politischen Fragestellungen. Ob beim Leben in der Gruppe, bei diversen Mitbestimmungsformaten, bei Entscheidungen oder Konfliktlösungen – wir leben und fördern das politische Engagement unserer Mitglieder.

Aktuelle gesellschaftspolitische Ereignisse zeigen, dass junge Menschen politisch interessiert sind, eine Meinung haben, sich politisch engagieren und eine echte Mitbestimmung und Beteiligung als Teil der Zivilgesellschaft einfordern.

Gerade die aktuellen Ergebnisse und Diskussionen rund um den Klimawandel und seine Folgen, die v.a. von der älteren Generation bestimmt werden, sind ein Beispiel wie Jugendbeteiligung nicht im Sinne der zukünftigen Generation stattfindet. Teils belächelt, teils als kurzweiliges Auflockerungsprogramm bei Expert*innenforen beklatscht, sehen sich Kinder- und Jugendliche eher als Beiwerk statt als wichtiger Bestandteil der Zivilgesellschaft, denn als mündige Bürger*innen, die etwaige Ergebnisse derzeitiger Politik in ihrer Zukunft spüren werden. Die Initiative „Fridays for Future“ hat verstanden, wie sie sich Gehör verschaffen kann, sowohl inhaltlich als auch zeitlich. Die Initiative muss als Teil des Bildungsauftrages sowohl aus dem schulischen als auch außerschulischen Bildungsbereich verstanden werden. Wie sonst lässt sich messen, wie erfolgreich Partizipationsprojekte oder das Vermitteln von Inhalten bei Seminaren oder Schulfächern gewesen ist? Was sonst sollte das Ziel einer Mitbestimmung, einer Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an den gesellschaftspolitischen Themen sein, als dass sie echt und im wahren Leben anstatt in Planspielen stattfindet?

Auf Basis dieser Sachverhalte und auf Grundlage unserer Pfadfinder*innengesetze und -regeln unterstützen wir die Initiative „Fridays for Future“ mit ihren Inhalten und Forderungen. Die Beteiligten und Organisator*innen stehen für ihre Werte, für ihr Gewissen und für ihre Zukunft ein und schaffen sich mit dieser Form der Meinungsäußerung Gehör.

Wir fordern die aktuelle Politik auf, sich mit dieser Initiative inhaltlich auseinanderzusetzen, statt nur mahnend den Zeigefinger zu heben. Politik muss sich die Belange der Jugendlichen anhören, bei den Demonstrationen oder in anderem Rahmen mit einzelnen Beteiligten ins Gespräch kommen, die Bedenken und Ängste ernst nehmen und das nicht nur in Form einer kurzweiligen Interessensbekundung. Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden muss es ermöglicht werden, sich auch im formalen Bildungsbereich inhaltlich aktiv einzubringen und sich für ihre Belange einzusetzen. Politiker*innen haben durch  die Initiative „Fridays for Future“ die Möglichkeit, in den direkten Dialog mit Kindern und Jugendlichen zu kommen  und ihre Perspektive wahr- und ernst zu nehmen.

Wir fordern alle Pfadfinder*innen auf, sich gegen den Klimawandel zu positionieren und dafür einzustehen, dass sich sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft grundlegend etwas ändert. Dabei begrüßen wir es, wenn unsere Mitglieder sich z.B. durch das Tragen von Tracht/Bluse/Halstuch als Pfadfinder*in zu erkennen geben. Wir setzen uns für einen Kurswechsel der aktuellen Politik ein, damit auch zukünftige Generationen den Wert des Pfadfinder*innen Gesetzes „Ich will die Natur achten!“ verstehen und leben können.

 

Kontakt
Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände e.V. (RDP/RdP)
Chausseestr. 128/129
10115 Berlin

Telefon: 030 288 789 535
E-Mail:  info@pfadfinden-in-deutschland.de

www.pfadfinden-in-deutschland.de

Eintragung im Vereinsregister.
Registergericht: Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Registernummer: VR 27094 B

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